Wer an Platja es Marquès denkt, hat meistens das Bild einer der letzten halbgeheimen Buchten auf Mallorca im Kopf – und liegt damit erstaunlich richtig. Zwischen Pinienwald, Dünen und dem leisen Rauschen des Mittelmeers, nur einen Steinwurf von Colònia de Sant Jordi entfernt, entfaltet sich hier ein Stück Küste, das selbst viele Inselkenner kaum beim Namen nennen können. Ich zeige dir heute, warum Platja es Marquès nicht nur ein weiterer Strand auf Mallorca ist, sondern ein authentisches Erlebnis für alle, die Ruhe, Ursprünglichkeit und ein paar echte Überraschungen suchen. Ob du einen entspannten Familiensonntag, einen kleinen Abenteuer-Ausflug oder einfach einen Platz zum Durchatmen suchst: Hier erfährst du alles, was du brauchst, um Platja es Marquès wie ein Einheimischer zu erleben – inklusive der Fallen, die du unbedingt vermeiden solltest. Und weil ich die Cala seit Jahren zu allen Jahreszeiten besuche, gibt’s Tipps, die du in keinem Reiseführer findest – versprochen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Platja es Marquès liegt nördlich von Colònia de Sant Jordi, eingebettet zwischen Pinien, Dünen und kristallklarem Wasser.
- Der Strand ist rund 500 Meter lang, feinsandig und fällt sanft ins Meer ab – ideal für Familien mit Kindern.
- Parken ist ein Thema: Die nächsten offiziellen Parkplätze findest du am Ortsrand von Colònia, Fußweg ca. 10–15 Minuten.
- Im Sommer gibt es eine kleine Strandbar (Chiringuito), Preise sind moderat, aber Kartenzahlung oft nicht möglich.
- Der Zugang führt durch ein privates Feriendorf (“El Paraíso”), das öffentlich zugänglich ist – nicht abschrecken lassen.
- Platja es Marquès ist selbst im Hochsommer entspannter als die meisten Strände rund um Sant Jordi – aber am Wochenende kommen auch viele Einheimische.
- Offizielle Liegen und Schirme gibt es nicht immer; bring am besten eigenen Sonnenschutz mit.
- Zwischen September und Juni kannst du hier fast allein sein – und mit etwas Glück Flamingos in den nahen Salinen sehen.
- Toiletten sind nur an der Bar vorhanden, Duschen gibt es keine; Müll bitte unbedingt wieder mitnehmen.
- Der Strand ist hundefreundlich, aber in der Hauptsaison gelten Einschränkungen – im Winter ein Paradies für Vierbeiner.
- Vorsicht: Es gibt keine Rettungsschwimmer und stellenweise Seegrasbänke – Badeschuhe können hilfreich sein.
Wo liegt Platja es Marquès? Anreise, Parken & Zugang erklärt
Platja es Marquès findest du am nördlichen Rand von Colònia de Sant Jordi, einer kleinen, charmanten Küstenstadt im Süden von Mallorca. Die Anfahrt erfolgt am unkompliziertesten über Campos und Ses Salines. Wer aus dem Westen der Insel kommt, wählt am besten die MA-19 und folgt den Schildern nach Colònia de Sant Jordi. Sobald du den Ortseingang erreichst, wirst du merken: Hier dominiert der gemütliche Rhythmus des Südens und keine Parkplatzsuche ist je wirklich stressfrei.
Der offizielle Strandzugang beginnt am Ende der Avinguda Primavera, direkt am Feriendorf “El Paraíso”. Die Schranke am Eingang ist kein Hindernis – der Durchgang zum Strand ist öffentlich, auch wenn der Weg privat wirkt. Das ist typisch mallorquinisch: Viele Strände führen durch private Grundstücke, bleiben aber für alle zugänglich. Lass dich also nicht abschrecken, sondern folge einfach den Schildern “Platja es Marquès” durch die Pinien und Dünen bis zum Meer.
Wichtiger Tipp: Es gibt keine großen Parkplätze direkt am Strand. Du kannst entlang der Straßen von Colònia de Sant Jordi parken, etwa in der Carrer Gabriel Roca oder Carrer Estanys. Im Sommer solltest du möglichst früh ankommen – spätestens bis 10 Uhr – um stressfrei einen Platz zu finden. Im Winter ist das Parken meist kein Problem.
Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann direkt bis an die Dünen fahren. Der Fernwanderweg GR-221 führt praktisch am Strand vorbei – ideal für einen kombinierten Bade- und Wanderausflug. Der Zugang ist barrierearm, aber nicht vollständig rollstuhlgerecht, da der letzte Teil über sandige Pfade führt.
Strand und Umgebung: Was macht Platja es Marquès so besonders?
Platja es Marquès ist kein typischer Postkartenstrand mit Beachclubs und Schirmreihen, sondern ein Ort, an dem Mallorca noch wild und ursprünglich wirkt. Der feine, helle Sand ist weich und wird von natürlichen Dünen und Pinien gesäumt. In der Vorsaison duftet es hier intensiv nach Meer und Kiefern, im Hochsommer spendet der Wald angenehmen Schatten – ein Segen an heißen Tagen.
Das Wasser fällt flach ab und schimmert in allen Türkis- und Blautönen, die du dir vorstellen kannst. Gerade für Familien ist das ein Jackpot: Kinder können gefahrlos planschen, während Erwachsene entspannt die Aussicht auf Cabrera genießen. Die Strömung ist meistens sanft, doch bei starkem Südwind (Lebeig) können gelegentlich Wellen entstehen – das merken erfahrene Mallorquiner und meiden diese Tage.
Ein echtes Plus: Die Atmosphäre ist ruhig, selbst in der Hochsaison gibt es keine Ballermann-Stimmung. Viele Einheimische aus Sant Jordi und Ses Salines kommen hierher, um dem Trubel zu entgehen. Die wenigen Touristen verteilen sich gut, besonders mittags, wenn die Spanier Siesta halten.
Was viele nicht wissen: Hinter dem Strand liegen die Salinen von “Es Trenc – Salobrar de Campos”, ein Naturschutzgebiet mit Flamingos und seltenen Vögeln. Wenn du einen Abstecher machen willst, empfehle ich einen kurzen Spaziergang ins Hinterland. Die Lichtstimmung kurz vor Sonnenuntergang ist spektakulär – und die perfekte Zeit für Fotos ohne Menschenmassen.
Infrastruktur vor Ort: Was gibt es – und was fehlt?
Platja es Marquès ist bewusst schlicht gehalten. Es gibt eine kleine, saisonale Strandbar (“Chiringuito Es Marquès”), die von Mai bis Oktober geöffnet ist. Hier bekommst du Tapas, Sandwiches, kalte Getränke und manchmal sogar einfache Fischgerichte. Preise sind für mallorquinische Verhältnisse fair: Ein Bier kostet rund 3 €, ein Bocadillo etwa 5 €. Kartenzahlung funktioniert nicht immer, also besser Bargeld dabeihaben.
Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih schwankt von Jahr zu Jahr. In manchen Sommern werden Schirme gestellt, in anderen nicht – darauf solltest du dich nicht verlassen. Der Pinienwald bietet aber ausreichend natürlichen Schatten, wenn du früh genug kommst. Mein Tipp: Eine eigene Strandmuschel oder ein Sonnenschirm sind Gold wert, gerade mit Kindern.
Sanitäre Anlagen gibt es nur an der Bar, und die sind einfach, aber sauber. Öffentliche Duschen suchst du vergeblich – ein Punkt, der für manche ein Nachteil ist. Müllentsorgung ist ein großes Thema: Offizielle Mülleimer gibt es kaum. Bitte nimm deinen Abfall unbedingt wieder mit, auch wenn das selbstverständlich sein sollte.
Hundebesitzer aufgepasst: In der Nebensaison (Oktober bis April) sind Hunde willkommen und werden von den Einheimischen gern gesehen. Während der Sommermonate gilt ein Hundeverbot – die Polizei schaut hier gelegentlich vorbei.

Geheimtipps & typische Fehler: Was du wissen musst, bevor du gehst
Viele Besucher lassen sich vom Zugang durch das Feriendorf abschrecken oder drehen um, sobald sie die Schranke sehen. Das ist unnötig: Der Weg ist öffentlich und du bist willkommen – ein freundliches “Bon dia” (Guten Tag auf Mallorquín) öffnet oft Türen und Herzen.
Ein häufiger Fehler: Zu spät ankommen. Wer erst mittags anreist, sucht im Sommer verzweifelt nach einem Parkplatz und muss mit den letzten Plätzen am Rand des Strandes Vorlieb nehmen, wo der Sand manchmal mit Seegras bedeckt ist. Früh kommen lohnt sich doppelt: Du hast die beste Platzauswahl und kannst den ruhigen Morgen erleben, wenn das Meer noch spiegelglatt ist.
Was viele Touristen nicht wissen: In der Nebensaison verwandelt sich Platja es Marquès in einen der romantischsten Orte auf Mallorca. Spaziergänge bei Sonnenaufgang oder -untergang sind magisch – und manchmal bist du der einzige Mensch weit und breit. Auch für Vogelbeobachter ist die Zeit zwischen Oktober und März ein Traum, wenn Flamingos und andere Zugvögel in den Salinen rasten.
Ein Insider-Tipp für Sparfüchse: In Colònia de Sant Jordi gibt es mehrere kleine Bäckereien (“Forn”), z.B. “Forn i Pastisseria Can Molinas” (Carrer Gabriel Roca, 67), wo du dich günstig mit Ensaimadas, Bocadillos und Wasser eindecken kannst. Das spart dir nicht nur Geld, sondern auch lange Wartezeiten an der Strandbar.
Noch ein Hinweis für Familien: Das Wasser ist zwar flach, aber es gibt gelegentlich Quallen (medusas), vor allem nach längerem Südwind. Einheimische schauen morgens aufs Meer und gehen bei verdächtigen Bedingungen einfach an einen anderen Strand – eine gesunde Gelassenheit, die man sich abgucken kann.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch an Platja es Marquès?
Jede Jahreszeit hat auf Mallorca ihren eigenen Reiz – und Platja es Marquès bildet da keine Ausnahme. Im Frühling (März bis Mai) ist der Strand fast menschenleer, das Wasser aber noch recht frisch. Wer Ruhe sucht, wird hier sein Paradies finden: Die Natur blüht, die Salinen leuchten rosa, und die Temperaturen sind perfekt zum Wandern oder für ein erstes Sonnenbad.
Der Sommer bringt Leben an den Strand, aber nie Massen wie an Es Trenc oder Ses Covetes. Unter der Woche ist es entspannter als am Wochenende, wenn viele Mallorquiner mit Kind und Kegel anrücken. Mein Tipp: Komme werktags oder ab 17 Uhr, dann wird es wieder ruhiger und das Licht ist wunderschön.
Im Herbst sinken die Wassertemperaturen nur langsam, das Meer bleibt oft bis in den November hinein angenehm warm. Das ist die Lieblingszeit vieler Einheimischer: Weniger Touristen, milde Abende und eine entspannte Stimmung, die man sonst nur selten erlebt.
Der Winter ist die Zeit für lange Strandspaziergänge, Picknicks im Pinienwald und Naturbeobachtungen. Das Wasser ist zu kalt zum Baden, aber die Luft ist klar, und die Farben sind intensiver denn je. Besonders an windstillen Tagen kannst du hier absolute Stille genießen.
Aktivitäten rund um Platja es Marquès: Mehr als nur Meer
Auch abseits des klassischen Strandtages bietet die Umgebung von Platja es Marquès einiges. Direkt hinter dem Strand beginnen kleine Wanderwege durch den Pinienwald Richtung Platja des Dolç und weiter nach Es Trenc. Wer gern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kann auf alten Schmugglerpfaden kilometerweit die Küste erkunden – vorbei an versteckten Buchten und spektakulären Aussichtspunkten.
Ein echtes Highlight ist eine Kajaktour entlang der Küste. Am Hafen von Colònia de Sant Jordi gibt es mehrere Anbieter (z.B. “Marivent Kayak”), bei denen du stundenweise Kajaks oder SUPs leihen kannst. Von dort aus erreichst du Platja es Marquès auch übers Wasser – ein Erlebnis, das kaum jemand ausprobiert und das einen ganz neuen Blick auf die Küste eröffnet.
Kulinarisch lohnt sich ein Abstecher ins Zentrum von Colònia. Hier findest du das legendäre “Cassai Beach House” und das bodenständige “Bar Estarellas”, beide mit Meerblick und regionaler Küche. Wer es rustikaler mag, kehrt in die “Bodega Barahona” in Ses Salines ein – ein echter Insider, bekannt für frischen Fisch und mallorquinische Klassiker wie “Tumbet” oder “Frito Mallorquín”.
Noch ein Tipp: Jeden Mittwoch findet in Colònia de Sant Jordi ein kleiner Wochenmarkt statt. Ideal, um sich mit lokalen Produkten einzudecken – von Flor de Sal bis zu frischem Obst und Gemüse aus der Region.
Worauf du achten solltest: Etikette, Naturschutz & lokale Besonderheiten
Die Mallorquiner sind stolz auf ihre Strände und erwarten von allen Besucherinnen und Besuchern Rücksicht und Respekt. Das beginnt beim Müll: Alles, was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit. Lautes Musikspielen ist auf Platja es Marquès – wie auf fast allen Naturstränden auf Mallorca – nicht gerne gesehen. Wer doch eine kleine Bluetooth-Box dabei hat, hält die Lautstärke dezent und achtet auf die Nachbarn.
Ein besonderer Punkt ist der Schutz der Dünen. Sie sind Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Es gibt ausgewiesene Pfade durch das Dünensystem – bitte verlasse diese Wege nicht, auch wenn der direkte Weg zum Meer manchmal verlockend erscheint. Das Betreten der Dünen wird von den lokalen Behörden sanktioniert und ist mit guten Gründen verboten.
Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte wissen: Es gibt keine Rettungsschwimmer. Die Verantwortung liegt bei den Eltern. Das Wasser ist zwar meist ruhig, aber du solltest die Kleinen nie aus den Augen lassen. Bei starker Strömung oder auffälligem Wellengang rate ich zum Ausweichen.
Ein Wort zur Sprache: Mallorquiner freuen sich über ein “Bon dia” oder “Gràcies” – kleine Gesten, die viel bewirken. In den Bars wird auch Spanisch gesprochen, aber wer ein paar Worte Katalanisch wagt, erntet oft ein Lächeln und manchmal sogar ein Extra-Oliven-Schälchen.

Alternativen zu Platja es Marquès: Wenn es doch zu voll ist
Auch wenn Platja es Marquès meist ruhig ist, gibt es Tage, an denen du vielleicht lieber ausweichst. Eine Alternative ist der benachbarte Platja des Dolç – etwas größer, mit mehr Infrastruktur, aber auch mehr Betrieb. Südlich davon locken die Naturstrände Es Trenc und Ses Covetes, wobei Es Trenc im Hochsommer sehr voll sein kann und Parkgebühren bis zu 7 € verlangt werden.
Ein echter Geheimtipp für Ruhe suchende ist die kleine Cala Galiota, direkt am Ortsrand von Colònia. Hier baden fast nur Einheimische, und die felsige Küste lädt zum Schnorcheln ein. Wer bereit ist, etwas zu wandern, erreicht nach 30 Minuten Fußweg die winzige Platja d’es Carbó – einen der letzten wilden Strände auf Mallorca ohne jede Infrastruktur, aber mit Karibik-Feeling.
Jede dieser Alternativen hat ihren eigenen Charakter und Charme. Mein Ratschlag: Probiere verschiedene Strände aus, je nach Tagesform und Lust auf Komfort oder Abenteuer.
Fazit: Platja es Marquès – der entspannte Geheimtipp bei Colònia de Sant Jordi
Platja es Marquès ist einer dieser Orte auf Mallorca, die man nur einmal erleben muss, um immer wieder zurückzukehren. Der Strand vereint Ursprünglichkeit, entspannte Atmosphäre und lokale Authentizität – ohne den Lärm und Kommerz der bekannten Hotspots. Wer die Anfahrt und den kurzen Spaziergang nicht scheut, wird mit kristallklarem Wasser, feinem Sand und einem echten Stück mallorquinischer Lebensart belohnt.
Ob für Familien, Paare, Ruhesuchende oder Naturfreunde: Hier findest du einen Platz, der zu jeder Jahreszeit eine Entdeckung wert ist. Nimm dir Zeit, respektiere die Natur und genieße den Rhythmus, den nur Platja es Marquès bietet. Vielleicht treffen wir uns ja mal auf einen Kaffee am Chiringuito – und wenn nicht, weißt du jetzt genau, wie du diesen besonderen Strand wie ein Einheimischer erlebst. Viel Freude beim Entdecken!








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