Wer Tauchen auf Mallorca ernsthaft erleben will, sollte sich von bunten Werbeprospekten und Gruppenbildern mit Plastikfischen verabschieden. Hier warten faszinierende Unterwasserhöhlen, versunkene Schiffswracks und ein Artenreichtum, der selbst erfahrene Taucher überrascht. Tauchen auf Mallorca ist nicht einfach ein Ausflug, sondern eine Einladung, die Insel auf eine Weise zu entdecken, die an Land verborgen bleibt. Ich habe in stillen Buchten mit neugierigen Oktopussen gespielt, bin mit lokalen Tauchguides abseits der Massen abgetaucht – und weiß, warum manche Spots auf Mallorca selbst alte Hasen ins Staunen versetzen. In diesem Artikel findest du nicht nur die besten Spots für Tauchen auf Mallorca, sondern auch ehrliche Tipps, Warnungen vor Touristenfallen und Antworten auf Fragen, die du dir vielleicht noch gar nicht gestellt hast. Ob Wracktauchen, Steilwand oder Höhle: Nach dieser Lektüre weißt du, was wirklich zählt, wo du Zeit und Geld sparst – und wie du Mallorca unter Wasser wie ein Local erlebst.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die besten Tauchreviere auf Mallorca liegen zwischen Cala Ratjada, El Toro und der Insel Cabrera – jede Region hat ihren eigenen Charakter.
- Ein Tauchgang kostet auf Mallorca im Schnitt 45–70 €, Komplettkurse (Open Water Diver) ab 400 € – Preise vergleichen lohnt sich, Qualität schwankt stark.
- Die Sichtweite liegt meist bei 20–30 Metern, im Frühjahr sogar noch besser – aber ab Mitte Juli werden viele Buchten recht voll.
- Wer im Naturschutzgebiet Cabrera tauchen will, braucht eine Voranmeldung und sollte mindestens zwei Monate im Voraus buchen.
- Wracktauchen ist vor allem vor Palma und in der Bucht von Alcúdia möglich – diese Tauchgänge sind oft anspruchsvoller und nicht für Anfänger geeignet.
- Unterschätzt: Westküste und Tramuntana! Hier gibt es Höhlen und Grotten, die kaum jemand kennt – aber sie sind nur mit erfahrenen Tauchguides sicher erreichbar.
- Viele Tauchbasen bieten deutsche Betreuung, aber die besten lokalen Guides sprechen oft Spanisch oder Mallorquín – das sorgt für authentischere Erlebnisse.
- Im Sommer kann es zu starkem Wellengang und Strömungen kommen, besonders an offenen Küstenabschnitten – immer auf lokale Hinweise achten.
- Die beste Reisezeit fürs Tauchen auf Mallorca ist Mai bis Anfang Juli oder September bis Oktober – weniger Trubel, angenehme Temperaturen.
- Typische Anfängerfehler: Billiganbieter, schlecht gewartete Ausrüstung und Tauchgänge ohne Genehmigung im Naturschutzgebiet – das kann teuer werden.
Warum Tauchen auf Mallorca mehr ist als nur ein Urlaubsspaß
Die meisten verbinden Tauchen auf Mallorca mit bunten Fischen und kristallklarem Wasser – dabei hat die Insel eine Unterwasserwelt, die zu den vielfältigsten im Mittelmeer zählt. Hier treffen warmes und kühles Wasser zusammen, was für eine überraschende Artenvielfalt sorgt: von Barrakudas und Zackenbarschen über Muränen bis hin zu gelegentlichen Adlerrochen. Besonders spannend ist, dass viele der spektakulärsten Spots selbst im Hochsommer nicht überlaufen sind – vorausgesetzt, man weiß, wo man suchen muss.
Ein echter Geheimtipp sind die Höhlen („Cuevas“), für die Mallorca bei erfahreneren Tauchern bekannt ist. Es gibt Grotten, die du nur mit Lampe und Guide gefahrlos erkunden solltest – aber die Eindrücke hier sind unvergesslich. Die Insel ist zudem ideal für Taucheinsteiger: Viele Buchten bieten geschützte Bedingungen und flache Einstiege, sodass du dich langsam an die Tiefe herantasten kannst. Trotzdem gilt: Wer meint, Tauchen auf Mallorca wäre Spielerei, unterschätzt die Kraft von Strömungen und Wetterumschwüngen – die Balearen haben ihre eigenen Regeln.
Und noch etwas, was viele nicht wissen: Die mallorquinische Tauchszene lebt von einer starken Gemeinschaft lokaler Guides, die ihre Lieblingsplätze nicht jedem verraten. Wer freundlich fragt, ein wenig Spanisch oder Mallorquín spricht („Bon dia, hi ha cap cova interessant avui?“ – Guten Tag, gibt es heute eine interessante Höhle?), wird mit Erlebnissen belohnt, die in keinem Reiseführer stehen.
Die Top 3 Tauchspots auf Mallorca – und was sie wirklich ausmacht
Es gibt unzählige Tauchplätze auf Mallorca, aber drei davon stechen besonders heraus – und das nicht nur wegen der Postkartenansichten, sondern weil sie eine besondere Mischung aus Zugänglichkeit, Artenvielfalt und Abenteuer bieten.
1. El Toro (bei Santa Ponça)
Das Meeresschutzgebiet El Toro ist die erste Adresse für Taucher, die auf Mallorca Großfisch und Schwärme erleben wollen. Hier zieht der permanente Strömungswechsel Schwärme von Barrakudas, Zackenbarschen und gelegentlich sogar Mondfische an. Die Felsformationen unter Wasser sind spektakulär, mit Überhängen und kleinen Höhlen. Wichtig: Nur lizenzierte Tauchbasen dürfen hier geführt tauchen, spontane Einzelgänge sind verboten. Am besten morgens tauchen, bevor die Boote aus Palma anrücken. Kosten pro Tauchgang: etwa 65 € inklusive Guide und Flasche. Qualität der Basen variiert – die lokale „Big Blue Diving“-Crew gilt als besonders erfahren.
2. Cabrera – das versteckte Paradies
Das Naturschutzgebiet um die Insel Cabrera ist für viele der beste Spot zum Tauchen auf Mallorca – aber auch der exklusivste. Nur wenige Boote dürfen täglich anlegen, und die Tauchplätze sind streng limitiert. Wer hier taucht, erlebt eine unberührte Unterwasserwelt: riesige Gorgonien, dichte Schwärme und mit Glück sogar Ammenhaie. Frühzeitig reservieren ist Pflicht, viele Basen in Colònia de Sant Jordi bieten Tagesausflüge an (ab ca. 140 € für Boot, zwei Tauchgänge und Eintritt). Geheimtipp: Die „La Cueva Azul“ – eine Höhle, in der das Licht fast unwirklich blau schimmert.
3. Wracktauchen vor Palma – Abenteuer mit Geschichte
In der Bucht von Palma liegen mehrere Wracks auf gut erreichbarer Tiefe (18–30 m), darunter Frachter und ein altes Fischerboot. Die Sicht ist meist ausgezeichnet, und das Spiel von Licht und Schatten zwischen den Wrackteilen zieht Fotografen magisch an. Aber: Einige Wracks sind instabil oder haben scharfe Kanten – daher nur mit erfahrenem Guide und guter Ausrüstung. Die Basen am Hafen von El Arenal sind spezialisiert darauf, kennen aber auch die tückischen Strömungen in der Bucht.
Was viele beim Tauchen auf Mallorca falsch machen – und wie du es besser machst
Ein häufiger Fehler: Man bucht schnell beim erstbesten Anbieter in Strandnähe, weil das Angebot günstig klingt. Doch Billigbasen sparen oft an Wartung und Sicherheit – ein Risiko, das man unter Wasser nicht eingehen sollte. Außerdem wird die Ausrüstung auf Mallorca manchmal nach dem Prinzip „schnell durch, schnell raus“ behandelt. Ein ehrlicher Tipp: Frag nach, wie oft die Regler gewartet werden und ob die Guides tatsächlich ins Wasser mitgehen oder nur vom Boot winken.
Ein weiteres Missverständnis betrifft die Saison: Viele denken, Tauchen auf Mallorca sei nur im Hochsommer ein Erlebnis. Doch gerade im Mai, Juni oder ab Mitte September sind Sichtweiten und Bedingungen oft besser, das Wasser ist klarer und die Basen entspannter. Im Juli und August kann es an den bekannten Spots richtig voll werden – und die Preise steigen spürbar.
Was kaum jemand weiß: Einige der schönsten Höhlen und Grotten sind nicht ausgeschildert und nur per Boot erreichbar. Hier gilt: Wer sich bei lokalen Fischern oder erfahrenen Guides informiert, findet Plätze wie die „Cova des Coloms“ oder die „Cova de Sa Madona“ – spektakulär, aber nichts für Anfänger. Und: Wer die Regeln des Naturschutzes ignoriert, riskiert empfindliche Strafen – besonders rund um Cabrera und El Toro wird streng kontrolliert.

Die schönsten Tauchgebiete für Anfänger – entspannte Einstiege und ruhige Buchten
Für alle, die Tauchen auf Mallorca zum ersten Mal ausprobieren wollen, gibt es zahlreiche geschützte Buchten mit seichtem Einstieg und geringem Wellengang. Besonders beliebt ist die Cala Llamp bei Port d’Andratx: Hier beginnt das Riff schon wenige Meter vom Ufer entfernt, und der sandige Grund eignet sich perfekt für die ersten Flossenschläge. Die Sicht ist hervorragend, und mit etwas Glück siehst du kleine Oktopusse und Seesterne.
Eine weitere Empfehlung ist die Cala Agulla bei Cala Ratjada. Das Wasser bleibt lange flach, und die Tauchschulen bieten hier gezielte Schnuppertauchgänge an (etwa 60 € inklusive Ausrüstung). Wer es noch entspannter mag, sollte die Bucht von Sant Elm ansteuern: Hier gibt es kaum Strömung, das Wasser ist meist spiegelglatt, und die Tauchbasen sind besonders auf Neulinge eingestellt. Geheimtipp: Die Abendstunden nutzen – dann hast du das Riff oft für dich allein.
Wichtig zu wissen: Auch als Anfänger solltest du auf Mallorca Wert auf eine zertifizierte Tauchschule (PADI, SSI oder CMAS) legen. Manche Basen bieten „Crash-Kurse“ an, die nicht den internationalen Standards entsprechen – Finger weg, denn ohne anerkannte Lizenz bist du weltweit eingeschränkt.
Höhlentauchen, Steilwände und Abenteuer – die spektakulären Spots für Fortgeschrittene
Wer schon Erfahrung mitbringt, findet auf Mallorca eine Vielzahl an Herausforderungen, die über das klassische Rifftauchen hinausgehen. Besonders spektakulär ist das Höhlentauchen („Cueva Diving“) in der Region um Porto Cristo: Die „Cova des Pirata“ und die „Cova Genovesa“ sind nur mit Guide und Spezialausrüstung zugänglich, bieten aber bizarre Tropfsteinformationen und glasklares Wasser. Achtung: Höhlentauchen ist kein Freizeitspaß – ohne Training und Ortskenntnis kann es lebensgefährlich werden.
Steilwände findest du insbesondere an der Südwestküste, etwa bei Malgrats-Inseln oder am Cap de Formentor. Hier fällt das Riff teils senkrecht bis auf 40 Meter ab – das Schauspiel von Licht und Schatten ist einzigartig, aber Strömungen können tückisch sein. Lokale Guides wissen, wann die Bedingungen sicher sind, und kennen geheime Spots, an denen sich Oktopusse verstecken.
Für Abenteurer mit Lust auf Wracktauchen empfehlen sich die Wracks vor Alcúdia – hier liegen Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg, die aber nur bei ruhigem Wetter zugänglich sind. Die Region ist weniger bekannt als Palma, bietet aber eine fast unberührte Unterwasserlandschaft.
Wann ist die beste Zeit fürs Tauchen auf Mallorca?
Die offizielle Tauchsaison auf Mallorca beginnt meist im April und endet im November. Die beste Kombination aus Sichtweite, Wassertemperatur (18–26 °C) und wenig Betrieb findest du von Mai bis Anfang Juli sowie im September und Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) steigen die Wassertemperaturen zwar auf angenehme 26 Grad, aber es wird auch deutlich voller – sowohl unter als auch über Wasser.
Viele Einheimische meiden die Wochenenden im August, wenn lokale Familien („Mallorquins“) und Festlandsspanier die Küsten bevölkern. Wer flexibel ist, bucht seine Tauchgänge werktags am frühen Morgen oder am späten Nachmittag – dann sind die Boote leerer und die Guides entspannter.
Ein wichtiger Hinweis: Nach starken Stürmen oder längeren Schlechtwetterphasen kann die Sicht auch im Sommer schnell auf unter 10 Meter sinken. Die Tauchbasen geben in solchen Fällen ehrliche Empfehlungen – manchmal lohnt es sich, einen Tag zu warten.
Preise, Ausrüstung und was du sonst noch wissen musst
Die Kosten fürs Tauchen auf Mallorca schwanken je nach Spot, Anbieter und Saison. Einzelne Tauchgänge kosten zwischen 45 und 70 €, Komplettpakete (5er- oder 10er-Karten) sind oft günstiger. Wer mit eigener Ausrüstung kommt, spart meist 10–15 € pro Tauchgang. Leihausrüstung ist im Preis oft enthalten, aber: Nicht jede Basis investiert gleich viel in Wartung – ein kurzer Check vor Ort ist Pflicht.
Für Anfänger bieten viele Basen Schnuppertauchgänge ohne Tauchschein an (zwischen 60 und 90 €). Der Open Water Diver Kurs (PADI oder SSI) kostet zwischen 350 und 450 €, meist inklusive Leih-Equipment und Zertifizierung. Wer nur schnorcheln will, findet an fast allen Stränden Shops mit Masken und Flossen ab 20 € pro Tag – aber fürs echte Taucherlebnis lohnt sich der Kurs.
Insider-Tipp: Viele Basen geben Rabatte für Gruppen oder bei Buchungen außerhalb der Hauptsaison. Es lohnt sich, freundlich nachzufragen – gerade bei kleineren, familiengeführten Tauchschulen („centros de buceo“) ist oft mehr möglich als online angegeben.

Respekt, Sicherheit und lokale Besonderheiten beim Tauchen auf Mallorca
Wer auf Mallorca taucht, sollte die lokalen Regeln nicht als Schikane sehen – sie schützen die Unterwasserwelt, die für alle ein Schatz ist. In den geschützten Zonen (z. B. Cabrera, El Toro, Malgrats) ist das Ankern, Füttern von Fischen oder das Mitnehmen von „Souvenirs“ streng verboten. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern geahndet – und die Guardia Civil nimmt das ernst.
Ein ungeschriebenes Gesetz: Wer mit Locals taucht, sollte sich zurückhaltend und respektvoll verhalten – vor allem gegenüber der Natur. Müll oder Zigarettenkippen am Strand werden auf Mallorca nicht gern gesehen, unter Wasser erst recht nicht. Viele Guides sprechen Mallorquín – ein einfaches „Gràcies“ (Danke) nach dem Tauchgang öffnet Türen.
Was viele nicht wissen: Die meisten Tauchbasen auf Mallorca schließen mittags für die Siesta (13 bis 16 Uhr) – wer spät kommt, steht oft vor verschlossener Tür. Am besten Termine vorab telefonisch bestätigen („reservar una inmersión“ heißt auf Spanisch „einen Tauchgang reservieren“), denn spontane Walk-ins sind selten erfolgreich.
Häufige Fragen und praktische Tipps fürs Tauchen auf Mallorca
Viele fragen sich, ob ein ärztliches Attest nötig ist. Die Antwort: Für zertifizierte Tauchkurse wird ein Gesundheitsnachweis (meist nicht älter als zwei Jahre) verlangt. Für Schnuppertauchgänge reicht ein ausgefüllter Fragebogen. Wer Allergien oder chronische Krankheiten hat, spricht das besser vorher an – die Guides sind daran gewöhnt und sehr hilfsbereit.
Die meisten Spots erreichst du per Boot, aber an der Ostküste (Cala Millor, Cala Bona) gibt es auch einige lohnende Strand-Spots. Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte eine Basis in Strandnähe wählen, denn öffentliche Verkehrsmittel sind für Tauchausflüge auf Mallorca meist ungeeignet. Und: Die Parkplätze an beliebten Stränden sind im Sommer schnell voll – früh da sein spart Nerven und Geld.
Ein letzter Spartipp: Viele Basen bieten Kombipakete mit Unterkunft an, oft in kleinen Hostals oder Fincas. Das ist nicht nur günstiger als große Hotels, sondern bringt dich auch näher an die lokale Szene. Und falls das Wetter mal nicht mitspielt – einfach an der Bar sitzen und den Geschichten der alten Tauchhasen lauschen. Da lernt man oft mehr als in jedem Handbuch.
Fazit: Tauchen auf Mallorca – ein echtes Inselabenteuer mit Tiefgang
Tauchen auf Mallorca ist weit mehr als ein Pauschalausflug im Mittelmeer. Wer bereit ist, abseits der bekannten Routen zu tauchen, entdeckt eine Welt voller Überraschungen: von einsamen Höhlen über lebendige Riffe bis hin zu historischen Wracks. Die Vielfalt der Tauchspots, das Zusammenspiel von Natur und Kultur und die Nähe zur lokalen Szene machen jeden Tauchgang einzigartig. Mit dem richtigen Timing, etwas Respekt für die Regeln und einer Portion Neugier wird Tauchen auf Mallorca zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse, die die Insel zu bieten hat. Probier es aus – die Unterwasserwelt wartet schon. Und wer weiß: Vielleicht wirst du, wie so viele, nach dem ersten Tauchgang nie wieder nur am Strand liegen wollen.







