Wer auf Mallorca nur Sonne und Strände sucht, verpasst ein echtes Naturwunder: die Coves d’Artà bei Canyamel. Schon beim ersten Schritt in die beeindruckende Tropfsteinhöhle spürt man, dass hier nicht nur Kalkstein, sondern Geschichte, Mystik und ein Hauch Abenteuer in der Luft liegen. Kaum ein Ausflugsziel auf Mallorca verbindet so gekonnt Natur, Kühle im Hochsommer und pure Faszination – und das abseits der klassischen Touristenströme. Die Coves d’Artà sind für mich mehr als eine Sehenswürdigkeit. Es sind jene Momente, wenn das Lichtspiel auf den uralten Stalaktiten tanzt, das Flüstern des Wassers in der unterirdischen Dunkelheit widerhallt und man plötzlich versteht, warum dieser Ort nicht nur für die Mallorquiner, sondern auch für namhafte Schriftsteller und Könige ein besonderer Kraftplatz war. In diesem Guide erfährst du alles, was du für einen perfekten Besuch wissen musst: von den besten Besuchszeiten, echten Insidertricks, bis hin zu Dingen, die du lieber meiden solltest. Und natürlich, wie du die Coves d’Artà wie ein Einheimischer erlebst – ohne in die typischen Touristenfallen zu tappen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Coves d’Artà liegen an der Steilküste bei Canyamel im Nordosten von Mallorca und zählen zu den spektakulärsten Tropfsteinhöhlen Europas.
- Eintrittspreis (2024): Erwachsene 16€, Kinder (7–12 Jahre) 9€, unter 7 Jahren frei. Tickets direkt vor Ort – Online-Reservierung aktuell nicht nötig, aber empfohlen in der Hochsaison.
- Führungen finden auf Spanisch, Deutsch, Englisch und Französisch statt, dauern ca. 40 Minuten und starten alle 30–45 Minuten.
- Beste Besuchszeit: Früh am Morgen (erste Führung) oder nach 16 Uhr – dann sind Gruppen kleiner und die Atmosphäre intimer.
- Temperatur konstant bei ca. 18 Grad – leichte Jacke oder Pulli empfehlenswert, selbst im Hochsommer.
- Parken kostenlos direkt am Eingang, aber die Zufahrt ist kurvig und eng – vorsichtige Fahrweise angebracht.
- Unbedingt rutschfeste Schuhe tragen: Der Höhlenboden ist stellenweise feucht und glatt.
- In der Nebensaison (Herbst/Winter) deutlich weniger Besucher – ein echter Geheimtipp für ruhige Entdeckungen.
- Fotografieren erlaubt (ohne Blitz), aber Rücksicht auf andere Besucher nehmen – und auf die empfindlichen Formationen achten.
- Restaurants: Die authentische Bar Mayurqa in Canyamel ist ideal für einen Snack vor oder nach der Tour.
- Warnung: Die Coves d’Artà sind nicht barrierefrei – Kinderwagen und Rollstühle können nicht mitgeführt werden.
Was macht die Coves d’Artà so besonders? Faszinierende Tropfsteinwelten und ihre Geschichte
Die Coves d’Artà sind nicht einfach nur eine Höhle – sie sind ein Monument der mallorquinischen Naturgeschichte. Schon der Zugang, ein mächtiger Eingang in der Steilwand über dem Meer, wirkt wie das Tor in eine andere Welt. Hier haben sich über Millionen von Jahren gewaltige Stalaktiten und Stalagmiten gebildet, einige davon so bizarr und groß, dass sie eigene Namen tragen wie „Die Königin der Säulen“. Für viele Mallorquiner sind die Coves d’Artà ein Symbol für die Ursprünglichkeit der Insel, ein Ort, an dem sich Mythen und Geologie begegnen.
Bereits im 19. Jahrhundert zogen die Höhlen Forscher, Künstler und sogar Könige an. Der Schriftsteller Jules Verne ließ sich hier zu „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ inspirieren, und auch die spanische Königin Isabel II. besuchte die Höhle. Die Atmosphäre ist in der Tat einzigartig: Akustik, Licht, die kühle Luft und das Tropfen des Wassers schaffen eine Stimmung, wie man sie sonst auf Mallorca kaum findet. Viele Besucher berichten von einem Gefühl der Ehrfurcht – und das ist keine Übertreibung. Wer aufmerksam ist, entdeckt in den verschiedenen Sälen immer wieder kleine Details: versteinerte Tropfen, winzige Kalkperlen und Farbschattierungen, die je nach Tageszeit anders wirken.
Ein häufig übersehener Fakt: Die Höhle spielte in der mallorquinischen Geschichte immer wieder eine Rolle als Zufluchtsort – etwa im 16. Jahrhundert während der Piratenüberfälle. Noch heute erzählen Einheimische von alten Geschichten über verborgene Schätze und Geister, die hier hausen sollen. Ein bisschen Mystik gehört eben dazu.
So läuft dein Besuch ab: Ablauf, Führung und praktische Hinweise zu den Coves d’Artà
Die Besichtigung der Coves d’Artà ist ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour möglich. Das hat einen guten Grund: Zum einen schützt es die empfindliche Höhlenwelt, zum anderen entgeht einem so kein spannendes Detail. Die Führungen starten in mehreren Sprachen – am besten fragt man am Schalter nach der nächsten deutschsprachigen Gruppe, meist alle 45 Minuten.
Nach dem Kauf der Tickets (bar oder Karte, Preise siehe oben) geht es durch das große Portal hinein. Bereits im Vorraum, dem „Vestibül“, beeindruckt die Größe. Über einen teils steilen, aber gut gesicherten Weg gelangt man in die ersten Säle. Die Temperatur liegt konstant bei etwa 18 Grad – auch im Hochsommer also angenehm frisch. Eine dünne Jacke oder ein Pullover ist ratsam, besonders für Kinder oder kälteempfindliche Gäste.
Die Führung ist lebendig, informativ und keineswegs trocken. Die Guides – meist Mallorquiner, oft mit einer Prise Humor – erklären nicht nur die geologischen Besonderheiten, sondern erzählen auch von den Legenden und historischen Begebenheiten rund um die Coves d’Artà. Besonders beeindruckend ist der „Saal der Säulen“, in dem eine der höchsten Tropfsteinsäulen Europas steht (über 22 Meter!).
Was viele Besucher nicht wissen: Im „Höllenschlund“ (Avern) erwartet dich eine kleine Lichtshow mit Musik – Geschmackssache, aber für Kinder ein echtes Highlight. Für Ruhesuchende empfehle ich, sich nach der Show etwas zurückfallen zu lassen, um die Stille und Akustik zu genießen.
Insgesamt dauert die Führung etwa 40 Minuten. Am Ende gelangt man wieder ans Tageslicht, mit einem spektakulären Blick aufs Meer – besonders bei klarer Sicht ein unvergesslicher Moment.

Praktische Tipps: Anreise, Parken, Tickets und Nebensaison-Geheimnisse
Die Coves d’Artà sind am einfachsten mit dem Auto zu erreichen. Von Artà oder Cala Ratjada aus folgt man der Ma-4042 Richtung Canyamel. Die letzten Kilometer führen kurvig durch Pinienwälder, und die Zufahrtsstraße ist teilweise schmal – also lieber defensiv fahren, besonders in der Hochsaison, wenn auch Reisebusse unterwegs sind.
Direkt am Eingang gibt es einen großen, kostenlosen Parkplatz. In der Nebensaison ist hier meist genug Platz. Im Juli und August kann es aber, vor allem vormittags, eng werden. Wer früh kommt (erste Führung ab 10 Uhr), findet garantiert einen Stellplatz und erlebt die Höhle mit weniger Andrang.
Tickets werden klassisch am Schalter verkauft, eine Online-Reservierung ist derzeit nicht verpflichtend, aber in der Hochsaison empfehlenswert. So umgeht man längere Wartezeiten – besonders an Regentagen, wenn viele spontan in die Höhlen ausweichen.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss flexibel sein: Die Busverbindungen nach Canyamel sind begrenzt, und von der Haltestelle bis zum Höhleneingang sind es noch etwa 25 Minuten zu Fuß bergauf. Für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit Gehproblemen ist daher der Mietwagen die beste Option.
Ein echter Geheimtipp: Im Herbst und Winter, wenn die meisten Touristen abgereist sind, hat man die Coves d’Artà fast für sich allein. Die Atmosphäre ist dann besonders eindrucksvoll und authentisch mallorquinisch.
Was du unbedingt wissen solltest: Insiderwissen, Kultur und kleine Fallen bei den Coves d’Artà
Die Coves d’Artà sind kein typischer Massentourismus-Ort, aber zur Hochsaison kann es dennoch voll werden. Besonders viele Besucher kommen zwischen 11 und 14 Uhr – dann sind ganze Busladungen vor Ort. Meine Empfehlung: entweder früh morgens direkt zur Öffnung kommen oder nach 16 Uhr, wenn die Tagesausflügler meist schon weitergezogen sind.
Anders als bei manchen anderen Höhlen auf Mallorca (wie den Coves del Drach) sind die Gruppen hier kleiner und die Atmosphäre familiärer. Trotzdem sollte man sich auf einen geführten Ablauf einstellen – individuelles Herumlaufen ist verständlicherweise nicht möglich, da bestimmte Bereiche zu gefährlich oder empfindlich sind.
Ein wichtiger Hinweis, der oft übersehen wird: Die Coves d’Artà sind nicht barrierefrei. Der Zugang erfolgt über Treppen und teils steile Wege. Kinderwagen und Rollstühle können nicht mitgenommen werden, und auch Menschen mit starker Gehbehinderung stoßen hier an ihre Grenzen. Das wird von manchen Reiseveranstaltern leider nicht deutlich kommuniziert.
Fotografieren ist erlaubt, aber auf Blitz sollte unbedingt verzichtet werden – nicht nur aus Rücksicht auf die anderen Besucher, sondern weil das Blitzlicht die empfindlichen Tropfsteinformationen schädigen kann. Wer gute Fotos will, sollte auf längere Belichtungszeiten setzen und ein ruhiges Händchen haben.
Ein kulturelles Detail, das viele nicht wissen: Mallorquiner besuchen die Höhlen häufig an heißen Tagen – nicht unbedingt aus touristischem Interesse, sondern um der Hitze zu entkommen. Es gehört zum guten Ton, im Eingangsbereich leise zu sprechen und respektvoll mit der Natur umzugehen. Ein „Bon dia“ an das Personal wird gern gesehen und öffnet oft ein paar Türen für kleine Extratipps.
Die schönsten Kombinationen: Ausflugsziele rund um die Coves d’Artà
Ein Besuch der Coves d’Artà lässt sich perfekt mit anderen Highlights im Nordosten von Mallorca verbinden. Wer nach dem Höhlen-Abenteuer Hunger verspürt, dem empfehle ich die kleine Bar Mayurqa im Zentrum von Canyamel – hier gibt es ehrliche, mallorquinische Tapas zu fairen Preisen. Für ein ausgedehntes Mittagessen ist das „Restaurante Isabel“ direkt am Strand von Canyamel eine solide Wahl – fangfrischer Fisch, Pa amb Oli und dazu ein Glas kühler Vi negre (Rotwein).
Nur wenige Autominuten entfernt liegt die historische Wehrburg „Torre de Canyamel“. Hier taucht man in die bewegte Geschichte der Region ein und genießt von oben einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Felder. Wer nach dem Höhlenbesuch noch Energie hat, kann auf dem Küstenweg zum Cap Vermell spazieren – die kleine Bucht „Cala Rotja“ ist ein echter Geheimtipp zum Baden, besonders am späten Nachmittag.
Für Naturliebhaber lohnt sich ein Abstecher ins nahe gelegene Naturschutzgebiet „Parc Natural de la Península de Llevant“. Hier wandert man durch duftende Pinienwälder und entdeckt wilde Buchten, die selbst viele Mallorquiner kaum kennen. Wer früh startet, kann Höhlenbesuch und Wanderung gut an einem Tag verbinden – ein ideales Programm für Aktive.
Ein Tipp, den kaum jemand kennt: Im Sommer finden gelegentlich kleine klassische Konzerte im Außenbereich der Höhle statt (Termine meist kurzfristig, Aushang am Eingang). Die Kombination aus Musik, Meerblick und Höhlenatmosphäre ist einmalig auf Mallorca.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest: Was man bei den Coves d’Artà besser nicht tun sollte
Ein Klassiker: Viele kommen ohne Jacke oder in Flip-Flops – und frieren dann oder rutschen auf dem feuchten Boden aus. Unbedingt feste, rutschfeste Schuhe und eine dünne Jacke mitnehmen, egal wie heiß es draußen ist.
Ein weiteres Missverständnis betrifft die Besuchszeiten: Wer an Regentagen spontan kommt, steht oft lange an, da die Höhle dann zur „Schlechtwetter-Alternative“ für viele Feriengäste wird. Daher besser bei gutem Wetter oder früh morgens kommen.
Auch sollte man nicht davon ausgehen, dass die Guides immer perfekt Deutsch sprechen. Zwar werden Touren in vier Sprachen angeboten, aber am meisten Insiderwissen gibt es meist auf Spanisch oder Mallorquín. Wer sich traut, nachzufragen oder ein paar Worte in der Landessprache einwirft, bekommt oft zusätzliche Details und Geschichten – ein kleiner, aber feiner Vorteil.
Für Familien: Die Höhle ist zwar für Kinder spannend, aber für Kleinkinder kann der Weg anstrengend und die Dunkelheit einschüchternd sein. Kinderwagen können nicht mitgenommen werden, und an einigen Stellen geht es steil bergab. Besser ist es, kleinere Kinder im Tragetuch oder auf dem Arm zu tragen – und ein wachsames Auge zu behalten.
Nicht zuletzt: Der Souvenirshop am Ausgang bietet zwar hübsche Andenken, ist preislich aber über dem Durchschnitt. Wer ein echtes Stück Mallorca mitnehmen möchte, sollte lieber im Ort nach lokalen Produkten (wie Honig oder Flor de Sal) Ausschau halten.
Coves d’Artà oder Coves del Drach? Ein ehrlicher Vergleich für Unentschlossene
Oft werde ich gefragt: Lohnt sich der Besuch der Coves d’Artà mehr als der berühmten Coves del Drach? Die Antwort hängt von deinen Vorlieben ab. Die Coves d’Artà sind weniger überlaufen, die Führungen persönlicher und die Atmosphäre ursprünglicher. Hier gibt es keine Massenabfertigung, keine Bootsfahrt auf dem unterirdischen See, aber auch keinen musikalischen „Show-Effekt“. Dafür steht das Naturerlebnis und die Authentizität im Mittelpunkt.
Die Coves del Drach punkten mit ihrer Größe, dem unterirdischen See und einer perfekten Infrastruktur, sind aber im Sommer oft gnadenlos voll. Die Coves d’Artà sind dafür das Ziel für alle, die Mallorca etwas ruhiger, echter und ohne Gedränge erleben möchten.
Mein persönlicher Tipp: Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte die Coves d’Artà bevorzugen – die Wege sind übersichtlicher, die Führung weniger stressig, und es gibt mehr Raum für eigene Entdeckungen. Für Höhlen-Fans empfiehlt sich, beide Orte zu besuchen und die Unterschiede selbst zu erleben.

Hinter den Kulissen: Wie werden die Coves d’Artà geschützt und warum ist das wichtig?
Die Erhaltung der Coves d’Artà ist ein echtes Herzensthema für viele Mallorquiner. Die Betreiber arbeiten eng mit lokalen Geologen und Naturschutzorganisationen zusammen, um die empfindlichen Formationen zu bewahren. Deshalb gibt es klare Regeln: kein Anfassen der Tropfsteine, keine Abkürzungen durch gesperrte Bereiche, und strenges Fotografierverbot mit Blitz.
Was nur wenige wissen: Jedes Jahr werden die Schäden durch Besucherströme, Mikroklima-Veränderungen und sogar durch die Atemluft der Gäste dokumentiert und Maßnahmen angepasst. So werden etwa Wege regelmäßig versetzt, um den Druck auf bestimmte Bereiche zu verringern. Ein Teil der Eintrittsgelder fließt direkt in den Erhalt der Höhle – ein weiterer Grund, warum sich ein Besuch lohnt.
Für echte Naturfreunde lohnt sich ein Gespräch mit den Guides: Sie erzählen gern von den aktuellen Schutzprojekten und geben Einblicke, wie sich die Höhle in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Wer sich respektvoll verhält, trägt dazu bei, dass diese einzigartige Naturkathedrale auch kommenden Generationen erhalten bleibt.
Fazit: Die Coves d’Artà – Mallorcas stilles Naturwunder, das man erlebt haben muss
Die Coves d’Artà sind mehr als nur ein Ausflugsziel – sie sind eine Einladung, Mallorca von seiner geheimnisvollen, ursprünglichen Seite kennenzulernen. Wer sich die Zeit nimmt, die Tropfsteinwelt mit allen Sinnen zu erleben, spürt schnell: Hier ist Mallorca ganz bei sich selbst, fernab vom Trubel der Strände und Märkte. Mit den richtigen Tipps wird der Besuch zum echten Highlight – und bleibt garantiert lange im Gedächtnis. Ob als kühle Zuflucht an heißen Tagen, als Familienabenteuer oder als inspirierender Ort für Naturbegeisterte: Die Coves d’Artà sind für mich ein Muss auf jeder Mallorca-Liste. Probier es aus – und lass dich überraschen, wie viel Faszination unter der Oberfläche der Insel schlummert.







