Du suchst einen ruhigen Strand auf Mallorca, der nicht im Reiseführer steht, aber trotzdem alles bietet, was du dir von einem entspannten Badetag erhoffst? Camp de Mar ist einer dieser seltenen Orte, an denen das echte Inselfeeling auf Komfort und ein überraschend entspanntes Publikum trifft. Wer morgens über die sanft knirschenden Holzstege geht, das erste Mal den Blick auf die türkisfarbene Bucht wirft und dabei fast nur mallorquinische Stimmen hört, versteht sofort: Hier läuft alles etwas leiser, charmanter und unaufgeregter ab als an den bekannten Spots. Ich verrate dir, warum Camp de Mar so besonders ist, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du das Maximum aus deinem Tag herausholst – inklusive Tipps, die selbst viele Einheimische nicht kennen. Es lohnt sich, einmal die Autobahn links liegen zu lassen und die kleinen Kurven bis zur Bucht zu nehmen. Lass dich überraschen, was Camp de Mar auf Mallorca wirklich zu bieten hat – und was eben nicht.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Camp de Mar liegt im Südwesten von Mallorca, ca. 25 Minuten von Palma entfernt.
- Der feinsandige Hauptstrand ist 180 Meter lang, sehr gepflegt und wird regelmäßig gereinigt.
- Glasklares Wasser, flacher Einstieg – ideal für Familien mit Kindern und alle, die ruhiges Meer schätzen.
- Die kleine Insel „La Illeta“ mit ihrem Holzsteg ist das ikonische Fotomotiv und beherbergt ein Restaurant (Reservierung notwendig!).
- Parkplätze sind kostenpflichtig und in der Hochsaison schnell belegt – morgens anreisen spart Stress und Geld.
- Strandliegen kosten ca. 18–22 Euro pro Tag (inklusive Schirm); es gibt aber genug Platz für eigene Handtücher.
- Keine überfüllten Beachclubs, sondern ein eher ruhiges, internationales Publikum und viele Mallorquiner am Wochenende.
- Wenig Wassersport – aber hervorragende Bedingungen zum Schnorcheln und Schwimmen bis in den späten Herbst.
- Einheimische empfehlen: Chiringuito „Flor de Sal“ für Kaffee, sowie das versteckte „Restaurante Illeta“ auf der Insel für Fischgerichte am Abend.
- Der Abschnitt links vom Hauptstrand ist oft leerer und bietet natürlichen Schatten durch Pinienbäume.
- In der Nebensaison (Oktober bis Mai) ist Camp de Mar ein Geheimtipp für Spaziergänge, Picknicks und absolute Ruhe.
Camp de Mar auf Mallorca: Was macht diesen Strand so besonders?
Camp de Mar wird gerne übersehen, weil der Name nach Hotelbunker klingt – dabei ist die Bucht ein echtes Schmuckstück. Im Gegensatz zu den großen Stränden wie Es Trenc oder Alcúdia überzeugt Camp de Mar durch seine geschützte Lage, das ruhige Wasser und eine gewisse Exklusivität, die nicht auf teuren Liegen basiert, sondern auf Atmosphäre. Der Strand ist von niedrigen Felsen eingerahmt, das Wasser leuchtet je nach Tageszeit von Smaragdgrün bis Azurblau, und die kleine vorgelagerte Insel „La Illeta“ wirkt wie ein Postkartenmotiv aus vergangenen Zeiten.
Was die meisten Besucher nicht wissen: Camp de Mar war ursprünglich ein verschlafener Fischerort, dessen Entwicklung zum Badeort sehr behutsam verlief. Bis heute gibt es keine großen Partys, sondern einen Tagesrhythmus, der sich am Sonnenstand und weniger am Touristenrummel orientiert. Viele Einheimische aus Andratx oder Peguera kommen am Wochenende zum Schwimmen oder Frühstücken. Die Promenade ist überschaubar, aber gerade diese Reduziertheit sorgt dafür, dass du sofort runterfährst. Wer morgens kommt, trifft vor allem auf Rentner beim Zeitunglesen, Familien beim Picknick und Locals, die in aller Ruhe ihre Bahnen ziehen.
Ein entscheidender Vorteil: Die Bucht ist windgeschützt und das Wasser bleibt oft länger warm als in anderen Regionen. Das macht Camp de Mar besonders für einen Strandtag im Frühling oder Herbst attraktiv, wenn andere Strände schon zu frisch sind. Die Wasserqualität ist exzellent – kein Zufall, denn hier wird regelmäßig nach dem spanischen „Bandera Azul“ (Blaue Flagge) Standard kontrolliert.
Wie komme ich nach Camp de Mar und wo parke ich am besten?
Die Anreise nach Camp de Mar ist unkompliziert, aber ein paar Fallstricke gibt es doch. Am besten erreichst du den Ort mit dem Auto – der Weg führt von Palma aus über die Ma-1 Richtung Andratx, dann die Abzweigung Richtung Camp de Mar nehmen. Die Fahrt dauert ohne Stau etwa 25 Minuten. Wer im Sommer nach 10 Uhr ankommt, muss allerdings mit vollen Parkplätzen rechnen. Die meisten Parkmöglichkeiten befinden sich direkt hinter dem Strand, kosten aber zwischen 1,50 und 2,50 Euro pro Stunde (Stand 2024). Bezahlen kannst du am Automaten (Kleingeld bereithalten) oder per App (EMT Palma, funktioniert meistens).
Insider-Tipp: Ein kleiner, oft übersehener Parkplatz liegt am östlichen Ortsrand an der Straße „Carrer de la Talaia“. Von dort sind es etwa 6 Minuten zu Fuß zum Strand, aber du sparst Nerven – und manchmal sogar Gebühren in der Nebensaison.
Wer lieber auf den Bus setzt: Die Linie 102 verbindet Palma direkt mit Camp de Mar, allerdings ist der Takt in der Nebensaison spärlich. Für spontane Trips ist das Auto also unschlagbar. Fahrradfahrer finden entlang der Küstenstraße einige schöne Aussichtspunkte, der Anstieg von Peguera ist allerdings nichts für Ungeübte.
Wichtige Warnung: Auf keinen Fall wild parken! Die lokale Polizei (Policía Local) kontrolliert streng, und Strafzettel sind auf Mallorca kein „Kavaliersdelikt“, sondern werden direkt und teuer fällig.
Strand und Wasserqualität: Was erwartet dich wirklich in Camp de Mar?
Der Hauptstrand von Camp de Mar ist etwa 180 Meter lang und bis zu 60 Meter breit. Die Mischung aus hellem, feinem Sand und vereinzelten Kieselsteinen sorgt für ein angenehmes Laufgefühl – Badeschuhe brauchst du hier nicht. Das Wasser ist glasklar, der Einstieg sehr flach und der Wellengang fast immer minimal – perfekte Bedingungen für Familien mit kleinen Kindern oder alle, die entspannt schwimmen oder schnorcheln möchten.
Direkt am Strand gibt es mehrere Bereiche mit Liegen und Sonnenschirmen. Die Preise schwanken je nach Saison, orientieren sich aber an 18 bis 22 Euro pro Tag für zwei Liegen mit Schirm. Wer sparen will, bringt besser eine eigene Unterlage mit: Der linke Strandabschnitt unter den Pinien bietet natürlichen Schatten und ist weniger frequentiert.
Ein Highlight ist die kleine Insel „La Illeta“, verbunden durch einen Holzsteg. Hier baden vor allem Einheimische, und im seichten Wasser rund um die Insel kannst du wunderbar schnorcheln. Achtung: Der Sprung von der Brücke ins Wasser ist offiziell nicht erlaubt und wird gelegentlich von der Polizei geahndet – trotzdem ist es ein beliebtes Ritual unter Jugendlichen, gerade am späten Nachmittag.
Die Wasserqualität wird regelmäßig getestet und hat in den letzten Jahren immer die höchste Auszeichnung bekommen. Seegras (Posidonia) kommt vor allem nach Stürmen vor, wird aber meist zügig entfernt – anders als an vielen anderen Stränden auf Mallorca.

Gastronomie in Camp de Mar: Wo lohnt sich das Essen wirklich?
Camp de Mar ist kein Ort für laute Beachclubs oder überteuerte Cocktails, sondern für bodenständige, aber hochwertige Gastronomie. Das bekannteste Restaurant ist zweifellos das „Restaurante Illeta“ auf der kleinen Insel. Hier sitzt du mit den Füßen quasi im Meer – fangfrischer Fisch, Paella und mallorquinischer Weißwein stehen auf der Karte. Reservieren ist Pflicht, besonders abends. Die Preise sind gehoben (Hauptgerichte ab 28 Euro), aber das Ambiente ist einzigartig.
Für den Kaffee am Morgen oder einen schnellen Snack empfehlen viele Locals das „Flor de Sal“ – ein Chiringuito mit sympathischer Besitzerin, direkt am Strand. Die hausgemachten Empanadas und der Café con leche sind legendär. Wer mittags Hunger bekommt, findet entlang der Promenade einige kleinere Lokale und Eisdielen. Besonders zu empfehlen ist das „Campino“ im Golfclub, etwa 10 Gehminuten entfernt. Hier gibt es italienisch-mallorquinische Küche, sehr gute Pizza und das beste Tiramisù der Gegend.
Ein Geheimtipp für den kleinen Geldbeutel: Im Supermarkt „Bip Bip“ an der Hauptstraße kannst du dir ein Picknick zusammenstellen. Viele Mallorquiner machen das genauso und frühstücken auf den Felsen mit Blick aufs Meer – günstiger und authentischer geht’s kaum.
Was du vermeiden solltest: Die meisten Restaurants direkt an der Hauptstraße sind eher auf Masse als auf Klasse ausgerichtet. Die Preise sind oft höher, die Qualität schwankt. Wer Wert auf gutes Essen legt, bleibt entweder an der Promenade oder bucht einen Tisch auf der „Illeta“.
Welche Aktivitäten und Ausflüge rund um Camp de Mar lohnen sich?
Camp de Mar ist kein Hotspot für Action-Urlauber, aber genau das ist der Charme. Wassersport wird hier kaum angeboten – keine Jetskis, keine lauten Banana-Boats. Dafür ist das Wasser ideal zum Schwimmen, Stand-Up-Paddling (SUP) und vor allem zum Schnorcheln. Die Felsen rechts vom Strand bieten zahlreiche kleine Buchten mit bunten Fischschwärmen, Seesternen und – mit Glück – sogar Tintenfischen.
Ein echter Geheimtipp ist der Wanderweg „Camí de Cala Blanca“, der am westlichen Ende der Bucht startet. Der gut ausgeschilderte Pfad führt dich in etwa 45 Minuten vorbei an verlassenen Buchten und bietet grandiose Ausblicke auf die Steilküste. Wer noch mehr Ruhe sucht, geht am besten unter der Woche am späten Nachmittag los – dann hast du die Natur meist für dich allein.
Golfer finden im „Golf de Andratx“ einen der spektakulärsten 18-Loch-Plätze der Insel, nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Die Anlage ist anspruchsvoll, bietet aber auch Schnupperkurse für Anfänger. Reservierung ist ratsam, die Greenfee liegt je nach Saison zwischen 80 und 120 Euro.
Für einen Tagesausflug empfiehlt sich ein Abstecher ins nahe gelegene Port d’Andratx – einer der elegantesten Häfen auf Mallorca, bekannt für feine Restaurants, Galerien und einen entspannten Abendspaziergang entlang der Mole.
Was du über Camp de Mar wissen solltest: Insider- und Saisontipps
Viele unterschätzen, wie stark sich Camp de Mar je nach Jahreszeit verändert. In der Hochsaison (Juli, August) sind zwar mehr Besucher da, aber das Publikum bleibt angenehm ruhig. Wer absolute Stille sucht, kommt besser im Mai, Juni oder September. Dann ist das Wasser am wärmsten und der Ort fast nur von Einheimischen frequentiert.
Ein echtes Highlight ist der Sonnenuntergang am linken Strandende (Richtung „Cala en Cranc“). Hier versammeln sich abends meist nur ein paar Locals mit einem Glas Wein – Touristen verlaufen sich selten dorthin. Die Atmosphäre ist magisch, besonders im Spätsommer.
Ein weiteres Detail, das viele nicht wissen: Während der Hochsaison gibt es eine kleine Bibliothek am Strand (spanisch: „Biblioplaya“). Hier kannst du dir kostenlos Bücher und Zeitschriften (auch auf Deutsch!) ausleihen – ein Angebot der Gemeinde, das selbst viele Mallorquiner erst auf Nachfrage entdecken.
Was die Etikette betrifft: Camp de Mar ist entspannt, aber nicht nachlässig. Müll gehört in die bereitgestellten Container, laute Musik ist am Strand unerwünscht und Ballspiele sind offiziell im Hauptbereich verboten. Wer sich an die mallorquinische Gelassenheit hält („tranquil•litat“ – Ruhe und Respekt), hat automatisch mehr von seinem Aufenthalt.
Warnungen und typische Fehler: Was du in Camp de Mar vermeiden solltest
So idyllisch Camp de Mar auch ist – ein paar klassische Fehler solltest du vermeiden. Erstens: Spät anreisen in der Hochsaison bedeutet oft langes Parkplatzsuchen und volle Liegen. Wer entspannt starten will, kommt spätestens bis 10 Uhr oder nutzt die Nebensaison.
Zweitens: Viele lassen sich von den Restaurants an der Hauptstraße blenden – die Qualität schwankt, die Preise sind oft nicht gerechtfertigt. Besser: Lokale an der Promenade oder direkt am Strand wählen.
Drittens: Auch wenn der Sprung von der Brücke zur „Illeta“ verlockend ist – die Polizei greift bei Unfällen hart durch. Lieber ins Wasser gleiten lassen und die Ruhe genießen.
Viertens: Wildparken wird teuer und ist unnötig, da es mit etwas Geduld immer eine legale Alternative gibt.
Und zuletzt: Camp de Mar lebt von seiner Gelassenheit. Wer laute Bluetooth-Boxen oder Partylaune sucht, ist hier fehl am Platz – dafür gibt es auf Mallorca andere Orte.

Alternativen zu Camp de Mar: Wenn du noch mehr Ruhe suchst
Obwohl Camp de Mar schon ein sehr entspannter Ort ist, gibt es auf Mallorca noch ein paar ruhigere Alternativen, falls du absolute Stille willst. Die kleine Bucht „Cala en Cranc“ erreichst du zu Fuß in etwa 20 Minuten über einen teils steinigen Pfad vom linken Strandende aus. Hier gibt es weder Liegen noch Infrastruktur – nur Felsen, klares Wasser und maximal ein Dutzend Badegäste.
Ebenfalls lohnend: Die „Cala Fornells“ bei Peguera, etwa 10 Fahrminuten entfernt. Eine winzige Sandbucht mit türkisblauem Wasser und Pinien, beliebt bei Einheimischen. Kein Massentourismus, dafür aber etwas schwieriger zu erreichen und nur wenige Parkplätze.
Für Wanderfreunde und Individualisten empfiehlt sich die „Cala Blanca“ – eine naturbelassene Bucht, zu der du ab Camp de Mar etwa eine Stunde zu Fuß brauchst. Das Wasser ist hier noch klarer, die Felsen bieten perfekte Sonnenplätze und du bist mit etwas Glück völlig allein.
Fazit: Lohnt sich ein Tag am Strand von Camp de Mar?
Camp de Mar ist der Beweis dafür, dass es auf Mallorca noch ruhige Strände mit Charakter gibt – fernab vom Massentourismus, aber dennoch mit allem Komfort, den du für einen perfekten Badetag brauchst. Die Mischung aus glasklarem Wasser, entspannter Atmosphäre und echten kulinarischen Highlights macht die Bucht zu einem Allrounder für Genießer, Familien und alle, die das authentische Inselfeeling suchen. Wer ein bisschen wie ein Local denkt, früh anreist und sich auf die leisen Töne einlässt, wird Camp de Mar schnell ins Herz schließen. Es ist kein Ort für große Abenteuer, sondern für kleine, unvergessliche Momente – und genau das macht den Reiz aus.
Mein Tipp: Nimm dir die Zeit, auch das Drumherum zu entdecken, probiere das lokale Essen abseits der Hauptstraße und genieße einen Abendspaziergang am Wasser. Vielleicht bist du dann genauso begeistert von Camp de Mar wie ich – und findest deinen ganz eigenen Lieblingsplatz auf Mallorca.








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